NEUES TESTAMENT - mit Anmerkungen

Übersetzt und erklärt von Heinz Schumacher

Die Übersetzung zeichnet sich durch Treue zum Grundtext und ein gutes, flüssiges Deutsch aus. Jedem Abschnitt sind erklärende Anmerkungen beigegeben, die alternative Übersetzungen zeigen, auf Besonderheiten eines Ausdrucks oder Satzes aufmerksam machen oder wichtige Parallelstellen zeigen. - Drei Vorzüge:
• gutes, verständliches Deutsch
• genaue Beobachtung der Grundtextworte
• wertvolle Anmerkungen

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2 Auszüge:

1. Auszug: Hebräer Kap. 6, 1-12:

Ermunterung, zur Reife fortzuschreiten / Warnung vor Abfall / Ermunterung zur Hoffnung und zum Glauben (6,1-12)

(6,1) Darum wollen wir den Anfang der Christus-Lehre23 dahinten lassen und der vollen Reife zustreben24 und nicht noch einmal den Grund legen, (indem wir reden über) die Abkehr25 von toten Werken und den Glauben an Gott, (2) die Lehre von Taufen26 und vom Auflegen der Hände, von Totenauferstehung und vom ewigen Gericht27. (3) Und das wollen wir tun, sofern Gott es erlaubt.

(4) Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind (5) und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der kommenden Weitzeit28 (6) und doch abgefallen sind29, wiederum zur Umkehr zu erneuern30, da sie den Sohn Gottes für sich selbst aufs Neue kreuzigen und öffentlich bloßstellen. (7) Denn das (Acker-)Land, das den häufig darauf niedergehenden31 Regen trinkt und denen, für die es bestellt wird, einen nützlichen Ertrag32 hervorbringt, empfängt Segen von Gott; (8) bringt es aber Dornen und Disteln hervor, so ist es unbrauchbar und dem Fluche nahe, was am Ende zur Verbrennung (führt).

(9) Wir sind aber im Blick auf euch, Geliebte, trotz des (eben) Gesagten33 vom Besseren und Heilbringenden34 überzeugt. (10) Denn Gott (ist) nicht ungerecht, dass er euer Wirken und (eure) Liebe vergäße, die Ihr seinem Namen gegenüber bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und (noch) dient35. (11) Wir wünschen aber sehr36, es möge ein jeder von euch denselben Eifer an den Tag legen, um die volle Gewissheit37 der Hoffnung bis zum Ende (zu bewahren), (12) damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und geduldiges Ausharren38 die Verheißungen ererben.

 

Fußnoten & Kommentierung:
23 o. die Anfangsstufe (die Anfangslektionen) der Christusbotschaft (w. das Wort des Anfangs des Christus)
24 o. und uns dem Vollkommenen (dem, was zum Ziel hinführt) zuwenden
25 o. Umkehr, Sinnesänderung (Mk. 1,4; Luk. 5,32; Apg. 5,31; 11,18)
26 o. Waschungen
27 o. vom richterlichen Gottesurteil der kommenden Weltzeit (vgl. Mt. 25, 31-46; 2. Thess. 1, 6-10)
28 o. des zukünftigen Zeitalters (Äons)
29 Es sind Menschen, die erleuchtet waren, ohne sich jedoch für Jesus entschieden zu haben; sie haben die Heilsgüter Gottes immer nur unverbindlich gekostet (geschmeckt, probiert). Sie standen kurz vor der Sinnesänderung (Umkehr) und haben sie dann doch verweigert.
30 o. von neuem zur Sinnesänderung zu führen
31 w. darauf kommenden
32 w. nützliches Gewächs (o. Kraut)
33 w. wenn wir auch so reden
34 o. zum Heil Gehörenden, mit Rettung Verbundenen
35 griech. diakoneō dienen, bedienen, helfen, unterstützen
36 o. sehnsüchtig
37 o. die ganze Fülle
38 o. Standhaftigkeit, geduldiges Warten

 

2. Auszug: Römer-Brief Kap. 7,14 - 8,6

(14) Wir wissen ja, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleisch­lich, unter die Sünde verkauft. (15) Denn was ich vollbringe, begreife ich nicht; denn nicht das, was ich will, führe ich aus, sondern was ich hasse, das tue ich. (16) Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu (und bestätige damit), dass es gut (ist). (17) Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir woh­nende Sünde. (18) Ich weiß ja, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt64; denn das Wollen ist bei nur vorhan­den, das Vollbringen des Guten aber nicht. (19) Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, führe ich aus. (20) Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. (21) So entdecke ich bei mir das Gesetz, dass das Böse bei mir vor­handen ist, während ich (doch) das Gute tun will. (22) Denn ich stimme dem inneren Menschen nach dem Gesetz Gottes freudig zu, (23) erblicke aber (zugleich) in meinen Gliedern ein anderes65 Gesetz, das dem Gesetz meiner Vernunft widerstreitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Glie­dern (sich auswirkt). (24) (Was für ein) elender Mensch (bin) ich (doch)66! Wer wird mich aus diesem Todesleib erretten67? -(25) Dank aber (sei) Gott, (der dies zu tun vermag) durch Jesus Christus, unsern Herrn68! So diene ich nun als Sklave, auf mich selbst gestellt69, (einerseits) mit der Vernunft dem Gesetz Gottes, (andererseits) mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

 

Fußnoten & Kommentierung:
64  w. Gutes nicht wohnt

65  o. andersartiges

66  o. Ich unglücklicher (geplagter, armseliger) Mensch! »Das ist der Höhepunkt der Krisis und gleichzeitig der gesegnete Bankrott« (H. Langen­berg).

67  »Zwei der inhaltsvollsten und tiefsten Verzweiflungsschreie der Mensch­heit!« (J. Krocker). Wenn Paulus hier das Hin- und Hergerissensein zwi­schen ganz verschiedenen »Gesetzen« (Zwängen, Bindungen, Ordnun­gen) artikuliert, so macht er sich zum Sprecher unzähliger gutwilliger Menschen, die Ähnliches empfinden. Röm. 7 macht klar: Das Gute zu wissen und zu wollen, reicht nicht aus, es muss die Kraft, das Vermö­gen, der Geist Gottes, das Leben »in Christus« wirksam werden. Davon wird Paulus in Röm. 8 sprechen.

68  Das Wort »Dank« (»charis«) bedeutet zugleich »Gnade«. Vielleicht wollte Paulus diese Doppelbedeutung hier betonen: Dank als Echo der göttlichen Gnade.

69  o. So diene nun ich selbst als Sklave

 

 Leben und Glauben der Kinder Gottes

 1. Leben nach dem Geist (8,1-17)

 (8, 1) So (gibt es) nun keine Verurteilung1 für die in Christus Jesus2 (Lebenden). (2) Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Chris­tus Jesus hat dich3 frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes4. (3) Denn was dem (mosaischen) Gesetz unmöglich war5, weil es durch das Fleisch6 geschwächt war7, (das tat) Gott: Er sandte seinen eigenen Sohn, gleichgestaltet dem Fleisch der Sünde und der Sünde wegen8, und verurteilte die Sünde im Fleisch, (4) damit die gerechte Forderung des Gesetzes (nunmehr) erfüllt werde in uns, die wir unsern Lebenswandel nicht nach dem Fleisch6, sondern nach dem Geist führen. (5) Denn die sich vom Fleisch bestimmen lassen9, trachten nach den Dingen des Fleisches; die sich aber vom Geist bestimmen lassen10, nach den Dingen des Geistes. (6) Denn das Sin­nen und Trachten des Fleisches (ist) Tod, das des Geistes aber Leben und Friede…